Wir, die für Quartiersentwicklung engagierten Bürger und Bürgerinnen der Stadt Wuppertal protestieren gegen die Ende Dezember vom Land Nordrhein-Westfalen vorgenommene Kürzung der Städtebaufördermittel für die integrierte Stadtteilentwicklung in Wuppertal. In den betroffenen Quartieren Wuppertals (von Oberbarmen über Unterbarmen, den Ostersbaum, die Nordstadt und den Arrenberg) sind mehr als 75.000 Menschen unmittelbar von diesen Streichungen betroffen. Etwas mehr als Zwei Millionen Euro fehlen jetzt.
Was sind die Folgen?
Wuppertal ist eine schöne und lebenswerte Stadt. Leider sind ihre finanziellen Ressourcen wegen der massiven Belastungen des wirtschaftlichen Strukturwandels sehr begrenzt. Wuppertal muss sparen – ja, aber nicht am falschen Ende.
Was ist eine Kommune? Neben Straßen, Häusern und aller Infrastruktur sind die Menschen das Herz einer Stadt. Ohne die Menschen und ihre Begegnung, ihre Kommunikation, ihr gesellschaftliches Handeln in Ökonomie, Bildung, Kultur und Zusammenleben – ohne all dies ist eine Stadt ein toter Haufen Steine. Weiche Standortfaktoren nennt dies die Fachöffentlichkeit. Braucht Wuppertal diese nicht mehr aus Sicht des Landes? Hat das Land unsere Stadt schon so weit abgeschrieben?
Was braucht eine Kommune? Kommunen brauchen und Wuppertal hat engagierte Menschen, die sich an vielen Stellen für die Stadt, die Stadtteile, die Ökonomie vor Ort usw. engagieren.
Für diese Menschen, insbesondere für die engagiert Mitwirkenden unter Ihnen, ist die Streichung der Städtebaufördermittel für nicht investive Stadtteilprojekte (und darunter versteht die Landesregierung Fassadensanierung, Bürgeraktivierung, Imageprojekte, Anti-Gewalt-Projekte, u.ä.) ein böser Schlag ins Gesicht. Diese Menschen sehen und sahen es als ihre Aufgabe an, das Leben in den Quartieren attraktiv und bewohnerfreundlich zu gestalten und einen Beitrag dazu zu leisten, dass Stadtteilentwicklung im Interesse und mit Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen geschieht.
Stadtentwicklung heißt nicht nur in Steine und Pflaster zu investieren sondern besonders in und für die dort lebenden Menschen. Das Land schreibt dies zwar in seine Hochglanz- broschüren. Die aktuelle Realität sieht anders aus.
Wir fordern von der Kommune Wuppertal und den verantwortlichen politischen Vertretern:
1. Massiven Protest auf allen Ebenen gegen diese eingeschränkte Sichtweise von integrierter Stadt – und Stadtteilentwicklung,
2. Vernetzung mit den ebenfalls betroffenen Kommunen, besonders aus der Bergischen Region und Bündelung allen Widerstandes,
3. umgehende, konstruktive und intensive Gespräche mit den verantwortlichen Stellen des Landes zur Lösung der Aufgabe, die integrierte Stadtteilentwicklung zu sichern.
Wir fordern vom Land NRW und den dort verantwortlichen politischen Vertretern:
1. Rücknahme der Kürzungen der Städtebaufördermittel und Realisierung aller – der investiven wie nicht investiven Projekte der Stadtteilentwicklung,
2. Unterstützung finanziell schwächerer Kommunen bei der Aufgabe, nicht nur bei den „harten” sondern auch bei den „weichen” Standortfaktoren positive Entwicklungen voranbringen zu können.
3. Förderung einer Infrastruktur für Bürger und BürgerInnen, die sich für ihr Gemeinwesen engagieren, damit wir uns mit diesem Land identifizieren und dazu beitragen, dass unsere Stadt und dieses Land in seiner Gesamtheit zukunftsfähig werden.
Unterzeichner der Resolution sind namentlich.
Die Resolution und ein Formular Unterschriftenliste zum Download hier.